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In 3 Stunden um die Welt

Wer kennt nicht den Romanklassiker von Jules Verne „In 80 Tagen um die Welt“? Die abenteuerliche Weltreise des exzentrischen Engländers Phileas Fogg, der 1872 wettete, die Welt in nur 80 Tagen umrunden zu können. Bei Giuseppe und Sonja im Pasta Vino dauert eine Weltreise nur 3 Stunden, ist aber dafür genauso so spannend und ereignisreich. Es ist eine einzigartige Reise durch die Welt der Aromen.

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Das Ambiente im Gastraum mit 20 Sitzplätzen in einem wunderschönen alten Gebäude im Herzen von Miesbach ist einnehmend und gemütlich. Während Giuseppe und Daniel die Geschicke in der Küche leiten, ist Sonja die gute Seele und Gastgeberin des Pasta Vino. Jeder wird mit einem Lächeln begrüßt und man hat nicht das Gefühl in einem Restaurant zu sitzen, sondern eher in der guten Stube zuhause.

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Das Thema Weltreise zieht sich auch durch die Deko. Auf dem Tisch liegen Postkarten aus Ländern, die schon einmal Teil der kulinarischen Weltreise waren. Immer wieder bringen Gäste kleine Gastgeschenke aus fernen Ländern mit.

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Wie bei den vergangenen Besuchen sitzen wir am Küchenstammtisch direkt in der kleinen Küche und sind wieder einmal beeindruckt, wie jeder Handgriff sitzt. Giuseppe arbeitet ruhig und konzentriert. Kein lautes Wort ist zu hören. Wir lieben diesen Platz, da wir dem Meister dabei über die Schulter schauen können. Aus den Lautsprechern erklingen die Töne einer mexikanischen Mariachi Band. Keine Frage, die Weltreise beginnt und die erste Station ist Mexiko. Zu den Klängen von Speedy Gonzales serviert man uns den ersten Gang.

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Auf einer halben Limette liegt eine perfekte Mais-Sphäre, die beim Zerplatzen im Mund unsere Geschmacksrezeptoren zum ersten Mal tanzen lässt. Im Mund stellt sich auch eine kleine Schärfe im Abgang ein. Ein Tropfen geräuchertes Chileöl sorgt für den kleinen Schärfekick.

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Der zweite Teil des mexikanischen Gangs ist schon fast ein kleines Kunstwerk. Ein Tortillafladen gefüllt mit Tomaten, Hähnchen, Koriander, Guacamole und LyoMaiz (gefriergetrocknetem Mais). Bereits in diesem Gang ist alles zu finden. Süße, Schärfe, Säure und Crunch. Viva Mexico!

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Unsere nächste Station ist Spanien und was uns Giuseppe nun serviert ist ganz großes Kino. Vor uns steht ein wunderschön angerichteter Teller und wir beginnen, das Kunstwerk erst einmal zu analysieren. Meer und Wasser ist das Thema. Der Meeresboden ist ein Quinoasalat, ein kleiner Seestern aus einer Algencreme ist natürlich der Hingucker. Aber dieser Teller hat noch viel mehr zu bieten: Gurkenperlen, Mikrobiskuit aus schwarzem Sesam, Miso und Sepia, Austernmayonnaise, Kaviar und ein Meerwasserschaum komplettieren diesen sterneverdächtigen Gang, der allen Gästen ausgezeichnet schmeckt. In der Küche herrscht eine gelöste Stimmung und Giuseppe tanzt erst mal einen kleinen Flamenco. Zwei Löffel aus dem Pacojetbecher müssen als Kastagnetten herhalten.

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Mittlerweile füllen die Chansons von Édith Piaf den kleinen Gastraum und es wird klar, dass wir in Frankreich angekommen sind.  Vor uns steht der nächste Gang. Wiederum ein kleines Kunstwerk. Auf einem Porzellanbaumstamm präsentiert Giuseppe seine Interpretation von Apfel und Gänseleber. Die kleine Baumscheibe ist ein Baumkuchen mit einer edlen Füllung aus Gänseleber gebettet auf einer Haselnusserde, Schoko-Ästen, einer Apfelcrème und einem Schmetterling aus einem Apfelkaramell. „Non, rien de rien, je ne regrette rien…“, ich bereue nichts singt Édith Piaf treffend. Wir auch nicht, nicht einmal die Kalorien.

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Asiatische Klänge erhellen das Pasta Vino und wir sind bei unserer kulinarischen Weltreise in Japan angekommen. Eine Scheibe Sushithunfisch ist der Hauptdarsteller. Ein paar Drops Wasabicreme, Kresseblättchen, süßsaure Chillisauce und ein Soja-Baiser (absoluter Foodporn!) für die Salzigkeit, sind perfekte Begleiter.

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Giuseppe steht mit einer japanischen Teekanne und zwei umgedrehten Teeschalen vor uns. Als er die Teeschalen umdreht, steigt Rauch auf. Guiseppe hat die Teetassen kurz geräuchert und das Raucharoma bleibt in den Tassen. Nun gießt er den Tee ein. Kein gewöhnlicher Tee, sondern einen Sellerietee, der wirklich hervorragend zum Japan-Gang passt.

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Weiter geht unsere Reise und wieder wechselt die Musik. Santa Lucia läutet Italien ein und da darf ein Risotto nicht fehlen. Aber dies ist kein gewöhnliches Risotto. Leider musste ich dem Chef versprechen, seine Bestandteile nicht zu verraten. Nur soviel, die Idee ist genial und harmoniert mit der perfekt sous vide gegarten Jakobsmuschel. Das kleine Arrangement wird durch ein paar Tomatenflocken komplettiert.

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Von Italien machen wir uns auf den langen Weg nach China uns enden mit Ente 327 (nicht knusprig, da 326 knusprig ist). Diese Ente ist wirklich sensationell. Sie wurde mit Shiitake, Karotten, Ingwer, Sellerie und der geheimen Sojasauce gekocht. Dazu gibt es luftige, gedämpfte Buns aus dem Bambuskörbchen. Das Schmatzen wird lauter und wir schlürfen nach chinesischer Manier den letzten Tropfen aus der Schale.

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Die asiatische Klänge werden durch Country Sound ersetzt. Der Pasta Vino Burger ist schon zum Klassiker geworden und darf bei keiner Weltreise fehlen. Der Miniburger besteht aus feinstem Rindfleisch,  mit dem Bunsenbrenner karamellisierter Tomate, selbstgemachter Mayonnaise und Zwiebelrelish.

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Das Ganze serviert in der Pasta Vino-eigenen Diner Tüte. Leider gibt es keinen Refill und wir müssen uns mit einem Burger begnügen. Der Musikwechsel zur Planflöte kündigt das Pré-Dessert an.

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Wir sind in Peru angekommen und das Team serviert die weltbekannten „Fake Peanuts“ nach einem Rezept von Ferran Adria. Ein relativ aufwendiges Rezept mit Geschmackserfolgsgarantie. Auch ich hab das schon einmal gemacht. Die Erdnussmasse wird in Silikonformen eingefroren und später dann in heißes Manitol eingetaucht. Ein paar Flocken Meersalz und fertig sind die Erdnüsse. Beim Zerbeißen platzt die hauchdünne Zuckerhülle und gibt die Erdnusspralinenmasse frei. Und schon gehts weiter mit unserer Weltreise. Nächste Station ist Holland, denn…

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…wir hören Tulpen aus Amsterdam auf holländisch. Vor uns steht nun passend für die Niederlande eine Tomate. Aber keine gewöhnliche Tomate, sondern ein „Käsekuchen“ der ganz besonderen Art. Die Tomate hat eine luftige Frischkäsefüllung. Die Hülle besteht aus Himbeeren und der Boden ist eine Schokoladenerde. Der Tomatenstil ist allerdings echt und gibt der Tomate den letzten Schliff.

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Grand Finale und wir sind wieder zurück in Deutschland. Hier bekommen wir eine Schwarzwälder Kirschtorte zum Dahinschmelzen. Unter der Schokoglasur verbirgt sich eine Bayerische Crème, Kirschfüllung, dunkles Schokoladenmousse und ein mit Kirschsaft getränkter Schokobisquit. Wahnsinn!

Die drei Stunden sind wie im Flug vergangen und hinter uns liegt ein kulinarisches Erlebnis der Spitzenklasse. Mit diesem Menü kann Giuseppe locker mit den Sterneköchen dieser Welt mithalten. Schade, dass die Tester dies noch nicht erkannt haben. Aber Sterne sind ja nicht alles. Die nächste Weltreise ist bereits in der Planung und wird eine rein vegetarische sein.

Plötzlich höre ich das Geräusch des Pacojets. Giuseppe lässt uns nicht gehen, bevor wir nicht seine neueste Eiskreation getestet haben: ein Apfel-Kräutereis… endgeil…

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Wir sagen dem Pasta Vino Team Danke für einen tollen Abend (v.l. n.r. Koch Daniel, Gastgeberin Sonja und der Meister Giuseppe).

 

 

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